Geschichte Teil 2 1914-1918

Das Hessenregiment im 1. Weltkrieg


Am 30. Juli unterschrieb Kaiser Franz Josef I., in der Kaiservilla Bad Ischl das Manifest „An meine Völker" und löste damit einen Krieg aus, den er niemals wollte.

 

Kommandobesetzung des Regiments

Regimentskommandant: Oberst Friedrich Edler von Löw

Regimentsadjudant: Hauptmann Anton Malina

  I.Bataillon: Major Anton Walter

 II.Bataillon: Oberstleutnant Richter Tenner †

III.Bataillon: Major August Ontl  †

IV.Bataillon: Major  Ludwig Kirchner von Neukirchen †

 

1.Kompanie: Hauptmann Karl Weisenbeck Ritter von Weilberg †

2.Kompanie: Hauptmann Theodor Erhard

4.Kompanie: Hauptmann Rudolf  Fischer †

5.Kompanie: Hauptmann Anton von Babuczek †

6.Kompanie: Hauptmann Josef Hnevkowsky

7.Kompanie: Oberleutnant  Robert Buley †

8.Kompanie: Hauptmann Emil Freiherr von Tkalcsevich †

9.Kompanie: Hauptmann Alois Ritt †

10.Kompanie: Hauptmann Paul Kaltschmied

11.Kompanie: Hauptmann Wittek von Salzberg †

12.Kompanie: Hauptmann Paul  Burghard

13.Kompanie: Oberleutant Hermann Seif †

14.Kompanie: Hauptmann Georg Böhm

15.Kompanie: Oberleutnant  Rudolf Pospischil Edler von Wolfsegger †

16.Kompanie: Hauptmann Friedrich Vogel

 

  I.Maschinengewehrabteilung: Hauptmann Heinrich Grum †

 II.Maschinengewehrabteilung: Hauptmann Agathon  Katschy †

III.Maschinengewehrabteilung: Oberleutnant Walter Coltelli von Roccamare

IV.Maschinengewehrabteilung: Oberleutnant Emil Schreier †

 

Kriegsstand gesamt: 123 Offiziere, 4592 Mann, 284 Pferde, sowie 16 Maschinengewehren

Die Mobilmachung

Am Tag der Kundmachung der allgemeinen Mobilisierung in Linz


Eine Kompanie der Hessen vor dem Abmarsch in Linz

 

Mit der Kriegserklärung vom 27. Juli 1914 durch das Manifest  Kaiser Franz Josef I. „An meine Völker" erfolgte  am 1. August der allgemeine Mobilisierungsbefehl.

Am 7. August um 7:00 Uhr früh begann der Bahntransport des Regiments nach dem Aufmarschraume.

Nach der Fahrt durch Ungarn überquerte das Regiment am 10. August das Waldgebirge der Karpathen.

Von 11.-13. August verblieb das Regiment bei Lemberg.

Als Teil des 14. Korps wurde das Regiment im Aufmarschraum bei Sambor gesammelt und wurde der 4. Armee General von Auffenberg unterstellt. In den Kämpfen von Krasnik besiegte General Viktor von Dankl die Russen und nahmen 3000 Mann gefangen erbeuteten 3 Fahnen und 28 Geschütze.

In den Kämpfen von Komarow vom 21. - 28. August wurde das Regiment im rechten Flügel eingesetzt.

 

Auszug einer Maschinengewehrabteilung aus Linz


Kanonen werden über den Franz Josef-Platz zur Donau zu den Schleppschiffen geführt


Gruppe abziehender Offiziere am Linzer Bahnhof


Feldküche in Linz zur Zeit der Mobilisierung in Linz 1914

Erzherzog Karl mit Gattin Zita am Bahnhof in Ischl 1914

Der Feldzug gegen Russland 1914 - 1915


Österreichische und Russische Soldatentypen

Die Feuertaufe bei Oserdow am 27.August 1914

Das Regiment stürmt in Wellen vor und die ersten Schrapnelllagen jagen auf die Stürmenden ein. Nach Überwindung der ersten langgestreckten Höhe westlich von Oderow setzt massives Artilleriefeuer ein.

Nun weht  zum letzten Mal die bei Veile und Magenta von Kugeln zerfetzte alte Regimentsfahne in der Hand von Kadett Hassold im Wind, dem Feind entgegen. Es wird der vier Kilometer tiefe Raum im Sturm durchlaufen und es gelang trotz dem massiven Feuer die russischen Batterien zu erobern.

Von nun an wurden für Ihr Beispielloses tapferes Verhalten die Träger des Edelweiß von den Russen „Blumenteufel“ genannt. Die feindlichen Offiziere sind voll Bewunderung für den schneidigen Elan des Angriffes, sie hätten die Stellung tagelang halten sollen. Die Feuertaufe kostete dem Regiment 13 Mann an Toten. 314 Mann waren verwundet und 59 wurden vermisst. Es wurden 3000 Gefangene gemacht und 36 Geschütze erbeutet.




Gefecht bei Liski

Am 31.August um 4:00 Uhr morgens, schoss die russische Artillerie auf die im Wäldchen von Netreba versammelten Hessenregiment. Die eingeschossene russische Artillerie traf immer wieder in die Reihen der Hessen. Nun ging das ganze Regiment mit vier Bataillonen zum geschlossenen Angriff über. Es gelang eine feindliche Linie zu überrennen. Nun war noch eine flache Bodensenkung und 500 Schritte und ein leicht ansteigender Hang bis zum Feind zu bewältigen. Endlich wurde der Hügelrücken erreicht. Die Verluste wurden immer höher. Nun endlich wurde von Zug zu Zug der Feuerbefehl Schießen-Kamm-300 durchgegeben. Die Hessen feuerten auf den Feind der das Feuer immer schwächer erwiderte.  Nun wird mit aufgepflanztem Bajonett im Sturmangriff gegen den Feind gegangen und der Feind geworfen. Die flüchtenden Russen sammelten sich jedoch wieder und nahmen im gegenüberliegenden Bühel auf den abgeernteten Feldern das Feuer wieder auf. Ihre Überzahl ist erdrückend. Die eigene linke Flanke wurde überflügelt und die russischen Batterien nahmen das Feuer wieder auf. Von der rechten Flanke kommt keine Hilfe. Die kahlen Stoppelfelder werden zum Friedhof. Fast alle Offiziere sind gefallen. Die Ausfälle der Mannschaft gehen in die Hunderte. Nun beginnt ein Kreuzfeuer in der rechten Flanke. Als sich Munitionsmangel immer breiter macht, entschließt sich der letzte Stabsoffizier Major von Kirchner, die Reste des vollkommen isolierten Regiment etwas zurückzunehmen. Um 9:10 Uhr lösen sich die vom Feind verbissenen Kompanien vom blutig und zäh eroberten Boden um der vollkommenen Vernichtung zu entgehen. Die Toten und schwer Verwundeten müssen zurückgelassen werden.

Alle Maschinengewehre decken den Rückzug und alle ihre Kommandanten fallen. Die Reste des Regiments sammeln sich in Liski. Neue frische Truppen vom 14.Korps nehmen den Kampf wieder auf. Mit zwei schwachen Bataillonen, darunter ein dutzend Offiziere, folgt es schon am nächsten Tag, wenn auch zerschlagen, doch ungebrochen, dem die Russen vor sich hertreibenden 14.Korps. An Ausfällen hat das Regiment 400 Tote und an 1000 Verwundeten zu verzeichnen. Das Regiment hatte nur noch 13 aktiver Offiziere.

Hptm.(Ernennung am 1. November 1902) Joseph Wittek von Saltzberg,

diente seit seiner Ausmusterung 1890 beim Infanteriereg. Nr. 14 - Hessen

sein Sohn Egon Wittek von Saltzberg, Infanteriekadett 1901 in Innsbruck

Barbarafriedhof in Linz


Quellennachweis: Wolfgang Wittek-Saltzberg, Mondsee

Der Russlandfeldzug in Daten:

 

8.- 9. September zweite Schlacht von Grodek

8.- 10 Oktober Oktoberoffensive bei Rzicsky und von 

13. - 15. Oktober bei Siedlanka

16. Oktober - 2. November Angriff und Abwehrkämpfe bei Nisko und bei Raclawice am San

16. - 24. November Schlacht bei Krakau und Limanowa-Lapanow

17. November Oberst Thomas Benes Regimentskommandant gefallen. 

Bis 26.11. übernahm Arthur Pöschmann das Kommando. Ihm folgte Oberstleutnant Richard von Vittorelli

15. - 28. Dezember letzte Gefechte bei Nivka und bei Radlow.

Winterstellungskämpfe am Dunajec bei Wielka, Wiez, Olszyni und Janowice

19. Februar 1915 Angriff auf Gierowa

2. - 3. Mai Durchbruchschlacht bei Gorlice

4. Mai Biala-Forcierung

6. - 11.Mai Verfolgungsgefechte bei Pleczna, am Zdol, Pustynia, Lubzina, Zawada und Sediczow

20. Mai - 5. Juni Abwehrgefechte an der San, bei Rudnik, Josefinow und Groble

17. - 22. Juni Kampfstellung bei Letownia und Rudnik am San

23. - 24. Juni Abwehrgefechte bei Borowina und Podwolina

3. Juli Angriffsgefechte bei Wola Studzianka, zweite Schlacht bei Krasnik

7. - 10. Juli schwere Kämpfe bei Zakrzowek an der Byrtrczica

17. Juli- 8. September Verfolgungskämpfe bei Jablonna, Gaydow, Galezow, Swidniczek, 

Zydicin, Lubartow über Luck und Olyka bis an die Putilowka

30. September 1915 – 18. Februar 1916 Stellungskämpfe bei Olyka und östlich Luck


Kriegerfriedhof Lubcza (Kote 402) in Westgalizien

 Regimentszugehörigkeit der Bestatteten: K.u.k. IR 14, IR 59, IR 95,

KJR 4, k.k. Sch.-R. 2 und 3


Der Feldzug gegen Italien 1915-1918


Propagandakarten aus der Zeit des 1. Weltkrieges



Franz Höfer von Feldsturm, Feldmarschallleutnant

Sektionschef im  Kriegsministerium in Wien 1914-1918

Verfasser der amtlichen Heersberichte von 1914-1918


Viktor Dankl

Edelweisskorps


3. Infanterietruppendivision

IR 14 - Hessen



Feldmarschallleutnant Viktor Karl Graf Dankl von Krasnik

ab Mai 1915 führte er die Landesverteidigung in Tirol

 

Am 4. Mai 1915 kündigte Italien den Dreibundvertrag zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien. Am 23.Mai 1915 trat Italien – gegen starke innere Widerstände – in den Krieg ein.

Da die Truppen der Österreicher gegen Russland gebunden waren, kam den Tiroler Landesverteidigern in diesem Frontabschnitt die Aufgabe zu, jeden Einbruch des Gegners an der so bedrohten SW-Flanke Österreich-Ungarns zu unterbinden. Es entstand eine 590 km lange Front. Mit den schwachen Truppen die nur vom Landsturm und Standschützen, (das letzte Aufgebot Tirols) Gendarmen u.a. und von Fortbesatzungen gehalten wurden.

In dieser Zeit wurden die aufgestellten Marschbataillone, die für Russland bestimmt waren nach Tirol beordert.

So auch in OÖ, das X.Marschbataillon des IR 14 (Linz) oder auch das X.Marschbataillon des IR 59 Rainer (Salzburg – OÖ) als selbstständige eingesetzte Bataillone. Die Alpen-Regimenter des 14.Korps sollten ihnen dann Nachfolgen.


Tiroler Standschützen


Italienische und Österreichische Soldatentypen



 Das X. Marschbataillon des Infanterieregiment Nr.14 Großherzog von Hessen

Im laufe des Monates April 1915 wurde unter dem Kommando von Hauptmann Friedrich Ritter Hantken von Prudnik  für das in Galizien kämpfende Infanterieregiment Nr.14 Großherzog von Hessen, das X. Marschbataillon (X. JR 14) aufgestellt. Es sollte am 4. Mai marschbereit sein und das Abgehen an die Front wurde für Mitte Mai bestimmt.

Durch die Aufkündigung des Dreibundvertrages Italiens und den bevorstehenden Kriegseintritt Italien wurde die Marschbataillone zur Grenzverteidigung Tirol als "Alarmbataillone" eingesetzt. 

Am 6. Mai 1915 verließ es Linz und kam mit 24 Offizieren und 1002 Mann nach Tirol. Am 26. Jänner 1918 kam das X/14 mit dem IV/14 zum neuerrichteten 114. Infanterieregiment

Vereidigung vor dem Abmarsch

Feldzeugmeister Erzherzog Eugen

1916 wurde er Feldmarschall und war Kommandant der Südwestfront



Erzherzog Karl Kdt. der Edelweissdivision

Edelweissdivision

Regimentsabzeichen


Im Frühjahr 1916  wurde das 14.Korps (später Edelweisskorps) General Viktor Dankl mit dem IR 14 Hessen als Bestandteil der 3.ITD Kommandeur Thronfolger Erzherzog Karl an die Tiroler Front verlegt. Südlich von Bozen, 

in der Gegend um Kurtinig Margreid-Entiklar lag das Regiment. 10 Tage verblieb das Regiment in dieser Gegend und wurden in Kompanien an die alpinen Verhältnissen ausgebildet. Am 19.März zog das Regiment in einem zweitägigen Marsch um 1:00 Uhr nachts nach Trient. Um die Bewegung zu verschleiern wurde nur nachts marschiert und tagsüber wurde gerastet. Hier verblieb das Regiment einige Wochen. Erzherzog Karl besichtigte das Regiment am 22.März. 

Das Regiment wurde weiter für den Gebirgskrieg ausgebildet und dementsprechend ausgerüstet. Es wurde das leichte Schuhwerk gegen schwere genagelte Bergschuhe ausgetauscht, Steigeisen, Bergstöcke, Schneereifen wurden ausgegeben. Auch die Uniformierung wurde dem Zweck entsprechend dem Gebirgskrieg angepasst. So erhielt die Mannschaft Winterwäsche, Pelzwesten, Fäustlinge und Wadenstutzen und eine zweite Decke. Am 30.März zog das 1. und 3. Bataillon unter klingendem Spiel aus der Stadt gegen Vielgereuth zu, wo das Korpskommando seinen Sitz hat. Das 2.4.5. Bataillon verblieb noch bis Anfang Mai. Dann ging es bis zum Sommasattel und am nächsten Tag zur Durer Ringstraße Richtung Süden. Am Fuße des Berges bis zum Fort Sebastiano, dass mit Kanonen aller Kaliber lauerten, tief unter Maskierungen verdeckt. Unzählige Batterien standen bereit den Durchbruch des 14.Korps vorzubereiten. Am 12.Mai wurde das Regiment mit den drei eintreffenden Bataillonen wieder vereint. Dem Hessenregiment fiel die Aufgabe zu den Monte Coston zu nehmen.



15. Mai 1916 Monte Coston


In den Morgenstunden des 15.Mai gingen nach der Artillerievorbereitung die Hessen zum Angriff vor. Im Schutz der Artillerie kamen sie auf 500 Schritte vor, durch kniehohen Schnee watend kamen Sie bis vor die Drahthindernisse. Durch starke feindliche Gegenwehr, musste telefonisch um Artillerieunterstützung angesucht werden. Um 12:10 Uhr brachen die Kompanien zum Sturm vor und drangen trotz starker Gegenwehr den Feind überwindend in die Gräben ein und rollten diese auf. Das 3.Bataillon nahm 250 Mann gefangen und erbeutete 3 Maschinengewehre. In anderen Teilen war die Wirkung von der Artillerie eine verheerende. Der Feind ergab sich den Hessen. Das 3.Bataillon ging gegen den Osthang vor. Das 1.Bataillon erstürmte den Costongipfel und auch dort hat die Artillerie so ordentlich dem Feind zugesetzt, dass dieser sich nach kurzem Kampf ergab, mit 350 Mann samt Regimentsstab und dem Kommandanten samt Regimentskassa mit 13000 Lire. An diesem Tage wurden insgesamt 638 Gefangene eingebracht. Ferner 3 Geschütze, 2 Scheinwerfer, und 10 Maschinengewehre wurden erbeutet. Die eigenen Verluste waren verhältnismäßig gering.



18. Mai Erstürmung des Coston D`Ariero

20. Mai Einnahme des Werk Campo Molon

25. Mai Erstürmung- Teile des Monte Cimone und des Cavoijo

31. Mai bis 25. Juni Beteilung an den Kämpfen der Priafora und am Monte Ciove

18. Juli 1916 bis 1. Februar 1917 nach Ende der eigenen Offensive und der Gegenoffensive der Italiener, Kampfstellungen auf Cima del Coston, Monte Majo, Monte Cimone, am Tonazzo-Plateau und bei Molino im Laghibecken.

15. August bis 17. September 8. Isonzoschlacht bei Oppachiasella

18. Oktober bis 19. November am Monte Pasubio

10. bis 20. Juni Abwehrschlacht auf der Porta Lepozze- Ortigara

22. Juli Kampfstellung bei San Pietro im Asticotale und am Monte Zebio


Österreichischer Stahlhelm M.17 

(Muster 1917 - nach deutschen Vorbild) 

Karlsbluse

 



Infanterist M 1916

Zugsführer M 1916

Hauptmann M 1916


Minenwerfer - und Signalabteilung Südwestfront 1918 

Österr. 9 cm M, 14 Minenwerfer samt Munition (1 kg) und Kiste, Abschussbereit 

30,5 Mörser mit Bedienungsmannschaft in maskierter Stellung 

In der 11. Isonzoschlacht, ging der Monte San Gabriele, der letzte Riegel zum Wippachtale und gegen Triest an die Italiener verloren. Nachdem mehrere Regimenter bereits an diesem Berg verblutet waren, fiel es einem verlässlichen Eliteregiment zu, den äußerst wichtigen Berg wieder einzunehmen, dem Hessenregiment.

Oberleutnant Kern stürmt mit den Hessen den Monte San Gabriele

 

Monte San Gabriele

 

Auf Seite der Italiener brauchte man um nach Triest zu gelangen nur mehr einen Raumgewinn. Denn ein einziger massiver Vorstoß bringen konnte. Denn dazwischen lag keine für längere Verteidigung geeignete Linie mehr dazwischen. Auf Seite der Österreicher konnte man aber auch offensiv werden. Zu seinen Füssen lag Görz und unübersehbar lag jenes Terrain, das in zehn früheren Isonzoschlachten nach härtesten Kämpfen verloren gegangen war. Das wiederum gab Anreiz zur Rückeroberung des verlorenen Boden. Damit erklärt sich die Hartnäckigkeit der Kämpfe, die selbst an ruhigen Kampftagen bei Freund und Feind ein Bataillon kostete. Auf Seiten der Italiener machte sich die Materialüberlegenheit immer bemerkbarer. Mehr als 7000 Geschütze kamen auf Seite der Italiener auf kaum 3 Kilometer langen Stellungsabschnitt mit wenigen Zugangswegen.

 

-Der Feuerbelag im diesem Abschnitt war der stärkste im Weltkrieg-

 

Ihnen gegenüber stand die alte österreichische Armee mit halbzerschossenen Geschützen, die zahlenmäßig weit unterlegen war, auf das fallweise Sperrfeuer auf Sammelplätzen und Anmarschwege beschränkte, die man aber auch dann nur unter Feuer nehmen konnte, wenn ein Angriff drohte, aus Munitionsmangel. An ein niederhalten der zahlenmäßig starken feindlichen Artillerie, mit der auch noch hunderte von Minenwerfern mitwirkten war natürlich gar nicht zu denken. Deshalb bleibt die Gabrieleschlacht  auch ein Ruhmesblatt in Geschichte der Artillerie. Die Italiener konnten sich auch den sogenannten Geschoßschleier leisten, das heißt, sie suchten den schließlich in ihrem Besitz gelangten Berg dadurch zu schützen, dass sie ständig bei Tag und bei Nacht, sämtliche Anmarschwege unter Feuer der verschiedensten Kaliber hielten. Sie suchten dadurch auch  den an den Hängen klebenden Verteidigern, denen die Zufuhr der Lebensbedürfnisse ungeheuer erschwert wurde, das Leben zur Hölle machten. Speziell der Wassermangel verursachte bei brennender Hitze unsagbare Qualen. Es kam kein Wasser- oder Menagetransport durch, ohne Verluste an Verwundeten und Toten. Das heroische Verhalten der Menageträger verdient ebenso mit Bewunderung erwähnt zu werden, wie die Verwundetenträger, deren Samaritertätigkeit unausgesetzt große Opfer forderte. Ebenso verdienen es die Telefonisten erwähnt zu werden, die immer wieder hinaus mussten, um die nach kurzer Zeit zerschossene Leitung nach kurzer Zeit wieder zu flicken. An eine Ablösung abgekämpfter Bataillone war in den wochenlangen ringen überhaupt nicht zu denken. Die frisch in den Kampf geworfenen Bataillone konnten nur Notdürftig die immer wieder entstehende Lücke zu auszufüllen. So kam es, dass schließlich Reste von mehr als 20 Truppenkörpern sich in der Verteidigung des Blutberges teilten. Als Anfang September 1917 die Gefahr aufs höchste stieg, die Italiener sich eben wieder die Kammlinie bemächtigten und vorübergehend auch die höchste Erhebung des Massiv, die Höhe 646, in Ihren Besitz nahmen, wurde die Verteidigung den neu beauftragten Generaloberst Fürst Schönburg-Hartenstein übergeben. Als nun von der Tiroler Landesverteidigung gefordert wurde an seinen Frontabschnitt ein Regiment abzustellen, forderte er das OÖ Eliteregiment K.u.k.Infanterieregiment Nr.14 – Großherzog von Hessen an. Diesem wurde nun die Aufgabe zuteil den verlorenen Berg zurückzuerobern. Am 9.September langte das Regiment in der Nähe des gerade wieder unter schwerstem Feuer gelegenen Berg ein. Die Italiener schienen wieder aus der von ihnen eroberten Kammlinie aus zu einem neuen Schlag auszuholen um endlich den Weg nach Triest freizubekommen. Oberst Richard von Vitorelli, der erprobte Kommandant des Regiments, sandte den Kommandanten der 2.Kompanie Oberleutnant Franz Kern, der sich schon in den Anfangskämpfen des Regimentes 1914/15 in Galizien und Russisch-Polen und an der Südtirolerfront bewährte voraus, um die eigene Lage festzustellen, die feindliche Situation zu erkunden und um sich im Angriffsraum genau zu orientieren. Angesichts der Tatsache das der Berg unter ständigen Trommelfeuer lag, eine schwere Ausgabe. Die Meldung des Oberleutnants, der einen ganzen Tag hindurch, der eigenen Stellung das Terrain rekognoszierte, gab ein düsteres Bild. Die dem Regiment gestellte Aufgabe schien ihm nur durchführbar, allerdings nur unter der Voraussetzung einiger Abänderungen der Angriffsposition. So war auf die gedachten  zehn Minuten Artillerievorbereitungen zu verzichten. Da eine solche wieder nur dazuführen konnte die überlegene feindliche Artillerie zu alarmieren, nie aber niederzukämpfen oder auch nur niederzuhalten, musste aber der Gegner auf einen bevorstehenden Gegenangriff, der nur überfallsartig durchgeführt, gelingen konnte, aufmerksam zu machen. Die Artillerie war anzuweisen, erst nach erfolgter Besitznahme der Kammlinie durch Sperr- und Abwehrfeuer in die Sammelräume zu wirken, um unsere eingedrungene Infanterie, die durch das Vergeltungsfeuer, das bei den Italienern nie ausblieb, in die Rückeroberten Kavernen zu ziehen war, vor eine Gegenüberrumpelung zu schützen. Der Angriff, welcher den ganzen Berg wieder in unbestritten österreichischen Besitz bringen sollte, wurde für die Stunde vor dem Morgengrauen des 11.September 1917 festgesetzt. Seit dem verlustreichen Junikämpfen war das Regiment nur drei Bataillone stark. So wurde das 1. Bataillon unter Major Malina beauftragt, die schwierigste Aufgabe die Rückeroberung der Kammlinie bis zur sogenannten  Artilleriekaverne zu übernehmen. Das 2.Bataillon, Major Sauer, sollte den sogenannten Stützpunkt Nord und die anschließenden Grabenstücke und Kavernen in seinen Besitz bringen. Weiter sollte ein Sturmzug des Regiments unter den tapferen Leutnant Prechtl einige Kavernen säubern und dann die Verbindung  mit der auf der Kammlinie entgegenkommende Gruppe Malina herstellen. Das 3.Bataillon Oberstleutnant Schultes blieb in Reserve, hatte aber auch bis zum Gabrieleberg vorzurücken. Die in Aussicht gestellten Handgranaten konnten erst im allerletzten Augenblick gebracht werden und musste ihre Bereitstellung beim Regimentskommando-Standpunkte, der am Fuße des Berges lag, erfolgen. Dort hatte jeder im Vorbeimarsch seine zwei Stück zu fassen. Das ganze Regiment musste so einzeln abgefallen an dieser Ausgabestelle vorüber. Dies kostete wichtige Zeit und die feindliche Artillerie schoss, was erhebliche Verluste kostete. Darüber hinaus war das Bataillon Sauer voraus, das ergab für das Bataillon Malina schon eine Verspätung, die befürchten ließ, man werde vor Tagesanbruch kaum mehr die Ausgangssituation erreichen. Diese bei Tageslicht zu beziehen, wäre ein Wahnsinn gewesen, da man von Monte Santo und Monte Sabotino eingesehen war. Zum Verhängnis wurde besonders eine Stockung die sich ergab, als ein Mann der vorderen Kompanien die Verbindung verlor. Im total zerschossenen Graben konnte er im Wirrsal der herumliegenden Felsblöcke den Anschluss an den vorderen Kompanieteil nicht mehr finden. Der Bataillonskommandant befand sich zu dieser Zeit bereits in der Abschnittskommandokaverne, in der er sein Kommando zu etablieren beabsichtigte. Tatsächlich befanden sich zurzeit, erst zwei Züge mit dem Kommandanten der dritten Kompanie, die an der Spitze marschiert war, beim Bataillonskommando Standort. Alles andere lag verstreut im total zerschossenen Aufstiegsgraben und wartete auf Wiederherstellung der verlorengegangenen Verbindung. Der am Schluss befindliche Kommandant der zweiten Kompanie Oberleutnant Kern, der den Befehl hatte, energisch ein rasches passieren der Handgranatenausgabe zu betreiben, wurde der langen Stockung wegen ungeduldig, eilte nach vorne und musste schließlich nach der Feststellung, dass die Verbindung verlorengegangen war, die Führung dieses größten Teiles des Bataillons übernehmen. Zurzeit, als dieser zum Bataillonskommando Standortes kam, war der Tag bereits angebrochen. Die Aussicht auf ein Gelingen des Angriffs bereits geschwunden. Bei dieser Sachlage blieb nichts anderes übrig als möglichst viele der Leute in den vorhandenen Kavernen unterzubringen und den Rest in halbwegs gedeckten und uneingesehenen, etwas Schutz bietenden Räumen zu platzieren. Der inzwischen kampfunfähige Major Malina wies Oberleutnant Kern an, das zu bewirken und ging dann auf den Hilfsplatz ab. Oberleutnant Schultes übernahm das Abschnittkommando. Der Angriff der Gruppe des Major Malina (Olt.Kern) war somit auf die nächste Nacht verschoben. Inzwischen waren in Unkenntnis der Lage, beim 1.Bataillon das Bataillon Sauer und die Abteilung Leutnant Prechtl zur vorgesehenen Zeit zum Angriff übergegangen. Dem Angriff des tapferen Leutnant Prechtl, der in diesem Kampf den Heldentod fand, war kein Erfolg beschieden. Unter schweren Verlusten mussten die beiden Züge wieder in die Ausgangsstellung zurück. Dagegen gelang es Major Sauer sich vorübergehend des Stützpunktes Nord zu bemächtigen und auch Gefangene zu machen und die Grabenstücke teilweise besetzt zu halten. Der unterbliebene Angriff der Gruppe Malina ließ auch dort keinen Erfolg erzielen. Immerhin konnten die eingenommene Gräben besetz gehalten werden und zog somit das italienische Vergeltungsfeuer auf sich, so dass die nicht alle in den Kavernen Platz fanden und der Rest der Gruppe Malina tagsüber doch verhältnismäßig gut abkamen und deren Verluste sich in grenzen hielt. In der folgenden Nacht ließ Olt. Kern, dem die Führung der aus zwei Kompanien bestehenden Angriffsgruppen (2.und 3.Kompanie) überantwortet wurde, seine Leute zeitgerecht in den Ausgangsraum bei Höhe 646 einrücken und regelte dort die Bereitstellung. Der Italiener, der infolge der Bewegung im Geröll etwas gehört haben dürfte, zeigte sich etwas unruhig, so dass sich Olt. Kern etwas zuwarten ließ. Als er eben Abgehen wollte, ergab sich wieder ein unerwarteter Zwischenfall: Oberleutnant Kern war nicht  informiert worden, dass die unter dem Kommando von Oberleutnant Theodor Angele stehende 14.Kompanie ebenfalls zum Angriff befohlen war. Diese sollte rechts von der Gruppe Kern frontal angreifen, eine Maßnahme also, die am Vortag nicht besprochen worden war. Im ungünstigsten Augenblick, als der Angriff der Gruppe Kern beginnen sollte, kam nun diese Kompanie. Lärmend, im Geröll stolpernd, geriet sie da sie sich verirrt hatten statt nach rechts, hinter die beiden anderen Angriffskompanien. Der Angriff musste noch einmal verschoben werden um sich Aufklärung zu verschaffen. Der Feind wurde inzwischen immer unruhiger. Olt.Kern wies Olt. Angele an einige hundert Schritte nach rechts zu marschieren, was sich wieder unter ziemlichem Geräusch vollzog, was sich aber bei Dunkelheit im Steingeröll nicht vermeiden ließ. Als zu vermuten war, dass Olt. Angele seinen Aufstellungsraum erreicht haben könnte, legte Olt.Kern der bereits knapp vor der feindlichen Linie lag, los. Seine Gruppe wurde unmittelbar darauf, da die dürftigen Hindernisse rasch beiseite geschafft waren, mit dem Gegner in ein Handgemenge. Bei der Kompanie Angele rührt sich vorläufig  nichts. Sie lag vor den Hindernissen unter dem Scheinwerferlicht des Aufgeschreckten Gegners. Der mit seinem Handmaschinengewehrzug, am linken Flügel der Kompanie Angele befindet sich der zugewiesene Leutnant i.d. Reserve Dr. Staufer, brach, da sich bei der Kompanie Angele nichts bewegte, er dagegen aus dem Gefechtslärm ein günstiges Fortschreiten des Angriffes des Olt. Kern vermutend aus eigener Initiative in die Richtung des Lärmes vor, wobei er alsbald auf Olt. Kern stieß, der eben die aufgerollte Stellung entlang die Säuberung der Gräben leitete. Da Lt. d.R. Dr. Staufer mit seinem Handmaschinengewehr für den Fall eines Gegenstoßes große Dienste leisten konnte, wurde er angewiesen, unmittelbar hinter der vorwärtsstürmenden Infanterielinie den Angriff zu begleiten. Dieser ging in einem Zug über das ursprüngliche Ziel hinaus, so dass nur mehr wenige Kavernen in Feindeshand blieb. Sie zu nehmen musste verzichtet werden, da die Gefahr bestand, durch ein zu weites Vorgehen das erreichte  zu gefährden. Olt. Kern entschloss sich daher, da er nur mehr wenige Leute bei sich hatte, den Angriff nicht mehr fortzusetzen, da sich bereits die Italiener zum Gegenangriff zeigten. Starke Abteilungen der Italiener bewegten sich auch im Isonzotal vor. Mittlerweile hatte auch die der Gruppe Kern folgende 1.Kompanie einen Teil der eroberten Stellung besetzt und hatte auch die Kompanie Angele, welcher vom feindlichen Hindernis verwundet worden war, die Stellungsbesetzung verstärkt. So konnte auch der erste Gegenangriff, dessen Vorbereitungen rechtzeitig bemerkt wurde, erwartet werden. Olt.Kern und Lt. i.d.R. Staufer trafen in Kürze die für den Gegenangriff Vorbereitungen. Staufers gut postierte Maschinengewehre war die Aufgabe zugefallen, die Herankommenden durch Sperrfeuer nicht mehr zurückzulassen, sondern an die Stellung heranzutreiben, um sie im Handgranaten Nahkampf unschädlich zu machen, was auch gelang. Bald zeigten sich weiße Tücher und man konnte erkennen, dass der Feind sich ergab. Staufers Maschinengewehre besorgten in glänzender Weise zutrieb. Es genügte eine kleine Patroullie um die gefangen heraufzuholen. Insgesamt gingen 600 Italiener in Gefangenschaft, die aber beim schwer einsetzenden Trommelfeuer abermals schwere Verluste erlitten. Man konnte in der zerschossenen Stellung feststellen, dass sie mehrmals den Besitzer wechselte. Mit 12 erbeuteten italienischen Maschinengewehren kam noch eine erhebliche Anzahl österreichischer Gefangene dazu, die die Italiener nicht mehr rechtzeitig abtransportieren konnten. Wohin man blickte lag beiderseits Kriegsmaterials herum. Jedoch blieb dem jeweiligen Sieger keine Zeit diese in die jeweilige Stellung zurückzuschaffen. Feuerpausen ließen einen starken italienischen Gegenangriff befürchten. Unvermittelt setzte wieder Artilleriefeuer ein und forderte neue Verluste. Auch Olt. Kern wurde. Als er nachmittags die Stellung inspizierte von einer in nächster Nähe einschlagenden Granante am Kopf und Rücken verletzt, so dass er sich zum Regimenthilfsplatz einfinden musste. Als das Regiment am 17.September durch die 20. Honved Infanteriedivision abgelöst wurde, waren kaum mehr als ein Drittel des Standes, das die Stätte des Ruhmes erkämpfte verließ. Der Monte San Gabriele hieß von nun an bei den Italienern der Il Monte della Morte -„Todesberg“, mit Recht, denn das war er für Freund und Feind. Kaum an einem anderen Frontteil der tausende Kilometer langen Fronten wurde mit derartiger Zähigkeit gerungen. Der Berg verblieb fortan in den Händen der Österreicher, bis der Italiener seine zwar immer wiederholten, aber fruchtlosen Versuche, sich des Berges wieder zu bemächtigen, einstellte. Oberleutnant Kern, Oberleutnant d.R. Dr. Staufer, Hauptmann Angele und Oberts Richard von Vitorelli wurden mit der goldenen Tapferkeitsmedaille für Offiziere ausgezeichnet.

 

Oberleutnant Franz Kern, der meist dekorierteste Subalternoffizier der gesamten k.u.k. Armee im 1. WK

 

Edelweisskorps


IR 14 - Hessen


Edelweissdivision


IR 59 - Rainer


 Sturmpatroullie im Einsatz Sturmpatroullie im Einsatz


Angehöriger der Sturmtruppe

mit umgehängten Handgranatensäcke


Abzeichen der Sturmtruppen

der Edelweiss-Division


Kaiser Karl besichtigt ein Bataillon des Hessenregiment in Trient


Kaiser Karl im Gespräch mit Oberst von Vittorelli

 

Fußballmannschaft des Edelweisskorps, Juni 1917


24. Oktober

26. Oktober

27. Oktober

28. Oktober

4. November  

20. November

21.-23. November

1.-4. Dezember

25. Dezember-21. Jänner



Durchbruchsschlacht bei Flitsch

Erstürmung des Tolsti vrh 

Erstürmung über Prato di Resia – Ressiuta – Fellatal

San Giorgio – Prato di Resia

Verfolgung über den Tagliamento, Stavoli, Tolmezzo, Tramonti, Forcella

Clautana, Höhe 1439, Longarone, Belluno, Feltre, Fonzaso

Angriffsgefechte bei Cismon in der Brentaschlucht

Abwehrkämpfe am Col della Beretta

Kampfstellungen im Stizzonetal im Grappagebiet zwischen Col del Orso und Monte Pertica



Am 1. Februar 1918 besuchte Kaiser Karl die Edelweissdivision, die sich entlang der
Straße Belluno – Lagarone 

Aufstellung genommen hatte. Der Besuch war kurz und nur die zum Empfang aufgestellten

Abordnungen der Bataillone hatte die Freude, von Ihrem Obersten Kriegsherrn angesprochen zu werden.


Parade auf der Schmelz, 30. April 1918

(Oberst Ontl meldet an Kaiser Karl zu Pferd)

Verleihung des Kronenorden 2.Klasse an Olt. Franz Kern


Olt. Franz Kern, Juli 1918 Retablierung, auf Schloss Etiklar

(Er war der meist ausgezeichnete Subalternoffizier des 1. Weltkrieges)


 Monte Grappa, aus dem Hauptquartier des italienischen Befehlstandes Villa Venta gesehen.

26. Jän. 18

 

 

 

15. - 30. Juni 1918 

 

 

 3. Juli - 16. Juli

 

16. Juli - 20. Sep.

 

 

 

09.Aug

 

 

 

17.Aug

 

 

20.Sep 

 

 

16.Okt

 

 

 

 

27.Okt

 

31.Okt

 

02.Nov 

 

 

 

03.Nov 

 

 

 

 

04.Nov

 

 

 

 

 

05.Nov

 

 

 

 

 

 

 

06.Nov

 

 

 

07.Nov

 

08.Nov

 

09.Nov

 

10.Nov

 

 

11.Nov

 

12.Nov

Errichtung des 114. Infanterieregiment, das IV. Bataillon des IR 14 wird abgegeben, das X. Marschbataillon IR 14 (seit Mai 1915) wird aufgelöst und als Bataillon dem 114. Infanterieregiment  überstellt.


Kämpfe am Col del Rosso und auf der Cima Melago 
Letzter Einsatz im Verband des Edelweiß-Division – letzter Einsatz mit dem IR 59 – Rainer und erster und letzter Einsatz mit dem IR 114


Rückmarsch über Tre-Pali-Grigna-Borgo in den Raum Al-Pra-Olle-Piagara


Verlegung des Regiment mit der Bahn in das Etschtal
Regimentsstab und II.Bataillon nach Kurtatasch

I.Bataillon nach Etiklar und das II.Bataillon nach Tramin.


Kaiser Karl empfängt am Bahnhof in Auer eine Offiziers- und Mannschaftsabteilung und spricht dem Regiment Lob am Col del Rosso aus.


Retablierungszeit des Regiments in Wien, 17. August Geburtstag des Kaisers.


Bahnfahrt nach Trient, in Richtung Front nach Villazano.
Vorbereitung, Ausrüstung, Ausbildung


Manifest Kaiser Karl „An meine getreuen österreichischen Völker“ Österreich soll dm Willen seiner Völker gemäß, zu einem Bundesstaate werden, in dem jeder Volksstamm auf seinem Siedlungsgebiete, sei eigenes staatliches Gemeinwesen bildet.


Abmarsch über Borgo-Grigno auf das Plateau der sieben Gemeinden


Marschiert das Regiment auf Befehl nach Grigno


Erreicht das Regiment wieder Borgo weiter Richtung Levico
In Rocegno erhält das I.Bataillon den Befehl, auf der Panarotta (2002 m) den Rückzug gegen die Italiener aus dem Fleimstal zu decken.


Das Bataillon besetzt den Berg. Weitermarsch über das Weitjoch nach Silberberg. Glockengeläute aus Pergine lässt den Einzug der Italiener vermuten. 
Weitermarsch und Nächtigung, ab 01:45 Uhr nachts in Palu


14:00 Uhr Gefechtsmarsch über Regnana nach Bedollo. Beim erreichen der Straße von Baselga di Pine-Brusago, zusammenstoß mit englischen Panzer-Automobilen, die Hessen eröffnen das Feuer, wegen Munitionsmangel (je 60 Patronen pro Mann), weichen die Hessen über Brusago in das Gebirge aus.


Ankunft in Sover. Sie erfahren das Trient und Lavis besetzt ist. Weitermarsch über die Berge über Grauno nach Gfrill (1328 m) dort erfährt das Bataillon von Kaiserschützenoffizieren über den vom 3.November abgeschlossenen Waffenstillstand. Sie erfahren von einem Major vom IR 127 , der bei den Verhandlungen in Bassano zugegen war, dass sich alles, südlich der Linie Lavis gefangen geben müsse und der Brenner bis 10.November unbedingt zu überschritten werden muss.


Abmarsch auf einem Jägersteig, zwischen Königswiese (1628m) und Kornspitz (1808 m) durch das Etschtal bei Pinzon und über Montan, Auer, Branzoll um 10:30 Uhr Leiters erreicht.


Bozen


Waidbruck, Schrambach


Brixen, Franzensfeste, Mittewald


Sterzing um 13:00 Uhr Gossenpaß; Station Brenner, weiter nach Matrei 23:00 Uhr Einwagonierung.


Fahrt über Innsbruck, Rosenheim, Salzburg


8:30 Uhr, Eintreffen in Linz das I.Bataillon des Hessenregiment, Hauptmann Vogl  marschiert mit dem Bataillon geschlossen und bewaffnet in die Schlosskaserne ein. Dort wurde es abgerüstet.



3. November 1918


Das Hessenregiment-Regimentsstab, II.Bataillon(Obstlt.Schuldes) und III.Bataillon (Obslt. Lehmann), erfuhr in Levico vom Waffenstillstand. 

Die kgl. ungarische Regierung (Graf Michael Karoli-Bela Lindner), hatte den magyarischen Truppen, um Gnade vor den Augen der Entente zu finden, die Niederlegung der Waffen befohlen.

Am 4.November meldete um 12:30 Uhr das Heeresgruppenkommando Tirol: Vollständige Anarchie in jeder Hinsicht. Alle Magazine von Süden bis Lavis von meuternden Truppen geplündert. Verpflegung für die rückmarschierenden Truppen in Frage. Oberst Ontl in Kenntnis über den Waffenstillstand, marschiert mit dem Regiment in Richtung Brenner. Hauptmann Erwin Hingler, der Regimentsadjudant hatte das Stationskommando in Klausen übernommen. Zwischen Levico und Trient verlegte feindliche Kavallerie den Weg. Die Italiener behaupteten Ihrerseits, dass die Einstellung der Feindseligkeiten erst 24 Stunden nach Abschluss des Waffenstillstandes in Kraft trete. Sie verlangten die Niederlegung der Waffen, was selbstverständlich Gefangennahme bedeudet hätte.

Da wurde der alte Oberst Ontl wütend über die bevorstehende Tatsache und drohte seinerseits mit einem gewaltsamen Durchbruch, falls diese nicht freigegeben würde. Die Straße wurde freigegeben.

Trient wurde umgangen und man erreichte Bozen, lagerte in Klausen und erreichte zeitgerecht Nordtirol. Innsbruck durfte nicht betreten werden. Am Berg Isel hätten beim Armeekommando weitere Befehle eingeholt werden sollen, diese war jedoch nicht mehr vorhanden. Hall in Tirol zeigte sich noch ungastlicher. Quartiere konnten nur nach Abgabe von Lebensmittel bezogen werden. Die Trains wurden aufgelöst. Es florierte dort der Pferdehandel, für eine Krone das Pferd. Während der nun beginnenden Bahnfahrt, erbat sich die Mannschaft nach Hause gehen zu dürfen. Oberst Ontl gestattete diesen berechtigten Wunsch und nun verdünnte sich bei jeder Bahnhofstation das Regiment. Am Bahnhof in Linz wurde das in der Nacht ankommende Regiment sang-und klanglos aufgelöst. 

So endet die Geschichte des alterehrwürdigen Hessenregiment nach einem fast 200-jährigen Bestand.



Prof. Dr. Wimmer wurde in Gampern, OÖ geboren und unterrichtete am Gymnasium in Gmunden.

Er erforschte als Geologe die Berge im Salzkammergut ihm ist dort im Museumeine Ausstellung  gewidmet.

 


„in memoriam“


Kaiser Karl I.  geb. 17.August 1887 auf Schloss Persenbeug, 21. November 1916 Kaiser von Österreich, 30. November 1916 König Karol IV. von Ungarn . Am 23. März 1919 von der Regierung in Wien aus Österreich vertrieben und verbannt. Gestorben 1. April 1922 auf Madeira, begraben in der Kirche Nossa Senhora in Monte bei Funchal. Selig gesprochen am 3. Oktober 2004 in Rom. Kirchlicher Gedenktag 21.Oktober.