Geschichte Teil 3 1919-1939

Erinnerung an das Hessenregiment nach dem 1.Weltkrieg



Österreichisches Schwarzes Kreuz - Kriegsgräberfürsorge


Österreichischer Kriegsopferverband (KOV)

 

8. November 1918 Aufstellung der Volkswehrbataillone I/14 und II/14

Erster Einsatz war als Volkswehrbataillon „Oberösterreich“ vom 8. Juli bis 21. August 1919 zur Verteidigung an die ungarische Grenze entsandt.

15. April - 1. Juli 1920 provisorisches „Regiment Linz“

1. Juli 1920 Alpenjägerregiment „Oberösterreich“ Nr. 7

Es bestand aus 3 Bataillonen zu je 3 Schützenkompanien und

1 Maschinengewehrkompanie

1. Bataillon – Schlosskaserne Linz,

2. Bataillon – Fabrikskaserne,

3. Bataillon – Freistadt 

Am 21. September 1921 zur das Regiment zur Grenzverteidigung nach Burgenland entsandt.

 

Prälat Dr. Ignaz Seipel

Bundeskanzler von 1922-1924 und 1926-1929

 

Am 1. September 1924 wurde dem Regiment die Tradition des OÖ  Hausregiment K.u.k. Infanterieregiment Nr. 14 Großherzog von Hessen und bei Rhein zugewiesen. Als Regimentsgedenktag wurde der 12. September 1917 „Erstürmung des Monte San Gabriele“ gewählt. Am 12. September 1926 wurde das Hessenmuseum in der Linzer Schlosskaserne eingeweiht.

 

12. September 1926 wurde anlässlich der Monte San Gabriele Feier das Hessenmuseum in der Linzer Schlosskaserne in Anwesenheit von Heeresminister Carl Vougoin (Bildmitte unter Gemälde von Kaiser Franz Josef I.) und Gendamerie- Oberstleutnant Kern (rechts) feierlich eröffnet. Leider hat sich der damals ausgesprochene Wunsch: „Die großartige Sammlung in Zukunft immer mehr der lebendigen Anteilnahme erschlossen werden soll“, nicht erfüllt. Von den damaligen Beständen des Hessenmuseums haben sich nur mehr Fragmente erhalten. Es wurde nach 1945 vieles gestohlen oder man ließ es lieblos verrotten. Die wehrgeschichtlichen Schauräume wurden – obwohl Nachfrage bestand geschlossen. Im Schlossmuseum richtete man zwischen dem großen und kleinen Innenhof einen Hessengedenkraum ein, der einige Erinnerungstücke enthält, wie das „goldene Ehrenbuch der Hessen“ gestaltet von Professor Eduard Lorenz – die alte Fahne der Vierzehner und eine Urne, die Erde vom Monte San Gabriele enthält. (aus dem Volksblatt, Nr.217, Sept. 1976)


Durchmarsch und Nachtquartier in Rohrbach, Manöver 31.August 1927

Das Hessenbund Wels im Gösserbräu Wels, errichtet 1928

Das Hessenstüberl welches sich im heute noch bestehenden Gösserbräu Wels befand, wurde von den Mitgliedern als Kaverne des 1. Weltkrieges nachgebaut und liebevoll mit Exponaten aus dem Weltkrieg von den Hessen eingerichtet.

Oben links "zur Latrine". Hinten rechts Abort "zur Gaskammer". Schild Mitte

"Die Hessen treffen sich während der Ausstellung im Hessenstüberl Bräu".

Dekoriert mit mehreren Exponaten und Frontbildern aus dem 1. Weltkrieg.

16. September 1928 Einweihung des Hessendenkmal auf der Linzer Promenade, unter zehn Entwürfen, entschied sich die Jury für jenen von  akademischen Bildhauer Franz Forster aus St. Florian, der selbst als Offizier bei den Hessen gedient hatte. Das Material, Helfenberger Granit, stellte Obstlt. a.D. Graf Peter Revertera zu Verfügung. 

Die Errichtung kostete S 22.000.- und der Betrag wurde größtenteils von den Mitgliedern selbst aufgebracht.


1928 erfolgte die Umbildung des Regimentsnamen in Alpenjägerregiment Nr. 7, früher Infanterieregiment Nr. 14 (Hessen)


Einweihung des Hessendenkmal am Welser Friedhof 1928

 

...und heute nach der Restaurierung 2017

Foto: Maximilian Neundlinger, Obmann Hesssenbund Wels

Hessenbund mit der alten Regimentsfahne, bei einer Gedenkveranstaltung


12. September 1930 wurde bei der San Gabriele Gedenkfeier das goldene Ehrenbuch der Hessen eingeweiht


1. Juni 1933 erhält das Bundesheer die alten Feldgrauen K.u.k. Uniformen wieder zurück.


Hauptmann Wilhelm Zehner im 1. Weltkrieg (links) Oberst von 1928 bis 30. Juni 1931 im Alpenjägerregiment Nr. 7


200 jährige Gründungsfeier 1733 - 1933

Am 11. Juni 1933 wurde die 200-jährige  Gründungsfeier begangen.

Es nahmen 6500 Altsoldaten mit 50 Fahnen und dem neuen (Hessen) Regiment des österreichischen Bundesheeres teil. Unter Ihnen der 93-jährige Max Grünberger.

Einmarsch des Hessenregiment vom Schloßberg zum Hauptplatz

Das Hessenregiment in Aufstellung am Hauptplatz

Ehrenbezeugung vor der alten  Regimentsfahne der Hessen

(zerfetzt in der Schlacht von Magenta 1859,Regimentsgedenktag bis 1918)

Ehrenbezeugung vor dem Hessendenkmal, vor dem Landhaus

Gedenkmedaille zur 200 Jahrfeier 1733 - 1933


Für die Träger der Tapferkeitsmedaille in Gold und Silber wurde eine eigene Gedenkmedaille aus vergoldeter Bronze, im Durchmesser von 40 mm herausgegeben.

 Gedenkmedaille für Angehörige des Hessenregiment

Festabzeichen


Hessenmedaille Avers

Hessenmedaille Revers



Gedenktafel anläßlich der 200 Jahrfeier der Hessen gestiftet von den Tiroler Kaiserjäger


Dr. Engelbert Dollfuß, Bundeskanzler von 1932-1934

Olt. d.R. III. TKSR., Träger der Goldenen Tapferkeitsmedaille

 

Am 1.Juni 1935 verfügte das Bundesministerium für Landesverteidigung die Umbenennung des oberösterreichischen Alpenjägerregiment Nr.7  in Oberösterreichisches Infanterieregiment Nr.14 (früher Hessen)

3. November 1935 wurde die alte Hessenregimentsfahne (geweiht 1862 im Linzer Dom) dem OÖ Infanterieregiment Nr.14 als Regimentsfahne zugewiesen.

1936 wurde anlässlich der Denkmahlenthüllung für Kaiser Franz Joseph I. ein Kaiserfeier veranstaltet. Unter den vielen Anwesenden konnte sich das neue angetretene Hessenregiment in seinen alten Uniformen präsentieren.

 

v.l.: Oberstleutnant Franz Kern, Landeshauptmann Dr. Heinrich Gleißner, Oberst Richard von Vittorelli, Se. K.u.k. Hoheit Franz Salvator-Habsburg, Ihre K.u.k. Hoheit Erzherzogin Adelheid von Habsburg-Lothringen, Obst. Erwin Hingler, Regimentskdt., Se. K.u.k. Hoheit Feldmarschall Erzherzog Eugen, vor dem neuen Hessenregiment.

Bundeskanzler Dr. Kurt von Schuschnigg

(Artillerieoffizier im 1.Weltkrieg)


Am 11. Dezember 1937 verstarb der Regimentsheld Oblt. Franz Kern und wurde im Familien grab, am Friedhof in Ulrichsberg beigesetzt.

Er wurde am 21. Mai 1892 geboren und rückte freiwillig 1912 zum k.u.k. Infanterieregiment Nr. 14 Ernst Ludwig Großherzog von Hessen und bei Rhein ein, wo er in diesem Regiment Berühmtheit erlangte.

Nach dem 1. Weltkrieg trat er in die Gendarmerie als Offizier ein.

Er brachte es bis zum Oberstleutnant der Gendarmerie und war Adjutant von Bundeskanzler Dr. Kurt Schuschnigg.

 

Der tote Regimentsheld vor dem Hessendenkmal in Linz


Ulrichsberg im Mühlviertel


Grabstätte der Familie Kern, Ehrengrab des Landes Oberösterreichs


Die Grabstätte von Oberleutnant Karl Pernklau, am Welser Friedhof

 Foto: Obmann Maximilian Neundlinger, Obmann Hessenbund Wels

Einladungskarte Hessenbund Linz, 1957


                     Hessen-Ehrennadel                          Goldene Hessen Ehrennadel

 

Hersteller: Fa. Mayr, Linz Mozartstrasse

 

Am 1. April 1936 erfolgte die Proklamation der Allgemeinen Bundesdienstpflicht. Es fanden Ende Juni und Anfang Juli 1936 die ersten Musterungen des Jahrganges 1915 statt.

Das Jahr 1936 brachte nun neue Veränderungen für das Regiment.

Es konnten Neuaufstellungen und Ergänzungen erfolgen. Es wurden dem Regiment neue Kraftfahrzeuge beigestellt. Auch die Ausrüstungen wurden auf den modernen Stand der Zeit gebracht und mit leichten und schweren Infanteriewaffen versehen.

Mit dem Einmarsch 1938 wurde das Regiment in Deutsch-Österreichisches Infanterieregiment 14 bezeichnet. Nun verschwand das Oberösterreichische Infanterieregiment Nr. 14 (früher Hessen) gänzlich nach der Eingliederung als Infanterieregiment Nr.133 in die Deutsche Wehrmacht.

 

Hessenbünde:

Hessenoffiziersbund Linz, gegründet von Mjr. K. Kenzian, Obmann Obst Heinrich Sauer; 1921

Hessengrupppe "Hessenoffiziere" Wien, 24.5.1921 Restaurant "Friedrich"

Hessenmannschaftsbund Linz, Obmann F. Schober; gegründet 18.7.1922

Hessengruppe Innsbruck, gegründet 5.5.1923

Hessenmannschaftsbund in Wels gegründet 7.6.1923

Hessenbund Vorarlberg, 2.12.1932, Hotel "Krone" Bregenz

Hessenbund Steyr, 6.6.1933 in der Gösser Bierhalle

Hessenbund Eferding

Hessenbund Enns

Hessenbund Kirchdorf an der Krems

Hessenbund Freistadt

Hessenbund Braunau am Inn

Hessenbund Schärding

Hessenbund Hallein 

 

alle Bünde zusammen vereint, hatten die alte 1861 geweihte Hessenfahne. 

Sie wurden alle nach 1938 aufgelöst und nur mehr der Hessenbund Wels wurde als

Kameradschafts – Hessenbund I.R.14 Wels, am 21.8.1956 wiedergegründet.